Verein für Kultur und Tourismus Vietnams in Europa

Geschichte und Geografie Vietnams


(Foto: Tiền phong)

Vietnam zu verstehen heißt, in eine jahrtausendealte, von Widerstandskraft geprägte Geschichte einzutauchen und eine außergewöhnlich vielfältige Geografie zu entdecken, die von Bergen und Gewässern geformt wurde.

1. GESCHICHTE (History)

Die Geschichte Vietnams ist eine faszinierende Chronik kaiserlicher Dynastien, kolonialer Epochen und eines beständigen Kampfes um Unabhängigkeit.

  • Ursprünge und Dynastien: Die Geschichte beginnt mit den Hùng-Königen und dem Königreich Văn Lang. Fast ein Jahrtausend lang wechselten sich in Vietnam Perioden chinesischer Herrschaft und Zeiten der Souveränität unter großen Dynastien (Lý, Trần, Lê, Nguyễn) ab, die Zitadellen und konfuzianische Traditionen hinterließen.

  • Kolonialzeit und französischer Einfluss: Vom Ende des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gehörte Vietnam zu Französisch-Indochina. Diese Zeit hat in der Architektur (Hanoi, Saigon), der Küche (das Bánh mì) und der Stadtplanung unauslöschliche Spuren hinterlassen.

  • Unabhängigkeit und Wiedervereinigung: Nach Jahrzehnten der Konflikte im 20. Jahrhundert rief das Land 1945 seine Unabhängigkeit aus und wurde 1976 offiziell wiedervereinigt. Seit den „Đổi Mới“-Reformen von 1986 hat sich Vietnam zu einer der dynamischsten Volkswirtschaften Asiens entwickelt.

2. GEOGRAFIE (Geography)

Vietnam liegt an der Ostküste der Indochinesischen Halbinsel und hat die charakteristische Form eines „S“, das sich über rund 1.650 km von Norden nach Süden erstreckt.

  • Der Norden (Oberes Tonkin): Eine von zerklüfteten Bergen geprägte Region, zu der auch der Fansipan (der höchste Gipfel Indochinas) gehört. Hier liegt außerdem das Delta des Roten Flusses, die Wiege der vietnamesischen Zivilisation.

  • Die Mitte (Annam): Gekennzeichnet durch einen schmalen Landstreifen, der im Westen von der Annamitischen Kordillere und im Osten von weißen Sandstränden gesäumt wird. Hier befinden sich die historischen Städte Hue und Hoi An.

  • Der Süden (Kochinchina): Besteht vor allem aus dem weiten Mekong-Delta, einer äußerst fruchtbaren Region, die als „Reiskammer“ des Landes bezeichnet wird und von einem dichten Netz aus Kanälen durchzogen ist.

3. GEOLOGIE UND LANDSCHAFTEN (Geology)

Die Geologie Vietnams bietet Naturschauspiele, die zum UNESCO-Welterbe gehören.

  • Karst und Buchten: Die berühmte Halong-Bucht ist ein spektakuläres Beispiel für ein versunkenes Karstrelief, mit Tausenden von Kalksteingipfeln, die aus dem smaragdgrünen Wasser ragen.

  • Monumentale Höhlen: Der Nationalpark Phong Nha-Kẻ Bàng beherbergt die größten Höhlen der Welt (darunter Son Doong). Diese Kalksteinformationen sind mehr als 400 Millionen Jahre alt.

  • Vulkanische Hochebenen: Das zentrale Hochland (Tay Nguyen) besitzt sehr fruchtbare rote Basaltböden aus früherer vulkanischer Aktivität, ideal für den Anbau von Kaffee und Pfeffer.

4. KURZ UND KNAPP

  • Fläche: Etwa 331.212 km².

  • Grenzen: China im Norden, Laos und Kambodscha im Westen sowie das Ostmeer (Südchinesisches Meer) im Osten und Süden.

  • Küstenlinie: Mehr als 3.260 km Küste.

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